Mittwoch, 8. Dezember 2010

GNOWANGERUP I

 
Nach einem guten Monat hier in Gnowangerup dachte ich, euch mal auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen, auch wenn es da nicht allzu viel gibt! ;)

Gnowangerup ist ein winziges Örtchen im Nirgendwo zwischen Perth und Albany. Die umliegenden Orte sind alle genauo klein und mindestens 40km entfernt, die nächste "Stadt" ist Katanning, etwa 70km von hier. Das sind allerdings für Australier keine Entfernungen!
Der Ort besteht im großen und ganzen aus einer Straße mit allen wichtigen Gebäuden und wenigen Nebenstraßen und Wohnhäuschen. Aus meinem Zimmerfenster kann ich den kompletten Ort und die nächste Farm überblicken! :-) Wir haben hier neben dem Hotel/Pub, in dem ich arbeite noch einen kleinen Gemischtwarenladen für Alltagswaren, ein Postamt, Polizei, Feuerwehr, "Krankenhaus", eine Tankstelle, einen Fleischer, eine Bank, eine Art Rathaus und ein Cafe, das überraschenderweise von einer Deutschen betrieben wird, die auch immer mal besuche.
Für alle, die noch mehr wissen wollen: http://www.gnowangerup.wa.gov.au/ :-)

Landschaftlich ist hier nicht sooo super viel zu sehen. Hauptsächlich Farmland, Anbau- und Weideflächen, Farmen, Buschland und jede Menge Horizont! In der Ferne die Stirling Ranges im Hintergrund, ein Gebirgszug. Man kann unglaublich weit gucken und dabei unglaublich wenig sehen! :)
Was tagsüber eher unspektakulär aussieht, verwandelt sich bei Sonnenuntergang aber in ein tolles gelb-orange-rot-rosa-lila Farbenspiel!
Das Wetter hier ist auch super! Hin und wieder gibt es ein paar kühlere Tage (unter 25 Grad) und ein paar Regentropfen, aber meistens ist der Himmel strahlend blau bei 30 und mehr Grad. Da fällt es schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen!

Das Hotel, in dem ich hier lebe und arbeite ist mit 2 Stockwerken mit Abstand das größte Gebäude hier!
Meine Woche besteht normalerweise aus 5 Arbeitstagen. Ist mal mehr los, helfe ich aufgrund sonstiger Unterbeschäftigung gerne auch an meinen freien Tagen aus und verdiene mir noch was zu meinem Wochenlohn dazu.
Ich arbeite vormittags etwas im Hotel: Zimmer herrichten, Wäschewaschen, Saubermachen, usw. Außerdem fülle ich Lagerräume auf, geh zur Post/Bank, kaufe ein, helfe in der Küche bei den Vorbereitungen. Je nachdem was so anfällt!
Am Abend fange ich dann so zwischen 16.00 und 18.00 Uhr an der Bar an, was mir wesentlich mehr Spaß macht als Betten beziehen, weil ich da dann Gesellschaft hab. Nach 5 Wochen hier, kenne ich nun mittlerweile auch so gut wie alle Stammgäste beim Namen und muss gar nicht mehr fragen, was sie trinken wollen! :-) Ist wirklich alles sehr überschaubar hier!

Mit meinen Chefs komme ich super aus, und auch sonst hab ich hier viele nette Menschen getroffen, mit denen ich auch hin und wieder mal was unternehmen kann. Leider muss ich ja immer dann arbeiten, wenn alle anderen Feierabend haben und andersrum, sodass ich in meiner Freizeit meistens nicht allzu viel Beschäftigung hab. Spaziergänge enden nach spätestens 10 Minuten in jeder Richtung auf irgendeiner Staubstraße zwischen Feldern und Schafweiden, sodass es auch da nicht so richtig viel zu entdecken gibt ;-)

Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles und so fühl ich mich hier auch ganz wohl. Bis Ende des Jahres oder Januar werde ich wohl auch noch hier bleiben, Weihnachten allerdings in Albany verbringen. Ich habe ein Jobangebot in Albany, einer für australische Verhältnisse relativ großen und mit Stränden wesentlich reizvolleren Stadt an der Südküste Western Australias, und ziehe das für Januar/Februar in Erwägung, bevor ich dann mit hoffentlich genügend Ersparnissen Western Australia vorerst verlassen will, um über Adelaide in Richtung Ostküste zu reisen. Aber Pläne ändern sich hier auch schnell...


Freitag, 5. November 2010

PERTH

Kurz vor 6.00 Uhr morgens bin ich in Perth gelandet. Gepäck geschnappt, Stempel abgeholt, Geld getauscht und kühle Morgenluft inhaliert (17 Grad). Mit einem Shuttlebus wurde ich bis direkt vor mein Hostel gefahren. Einchecken konnte ich allerdings erst nach 10.00, also hab ich es mir solange im Gemeinschaftsraum des Hostels gemütlich gemacht. Bin eingeschlagen und als ich aufwachte, saß auch schon der Arne (Komilitone aus Heide, der aus Dessau stammt) neben mir und wir waren beide gleich baff. Die Welt ist klein :)
Konnte dann mein Bett in einem 6er Zimmer beziehen und schon gings raus. Inzwischen waren die Temperaturen auf 30 Grad geklettert, aber eine sehr trockene Wärme, wolkenloser tief blauer Himmer und leichter Wind machen das Wetter sehr angenehm. Kaum unterwegs, laufen uns mein ehemaliger Mitbewohner aus Heide Mark und seine Freundin Jessy zufällig über den Weg. Ganz Heide ist also Perth unterwegs und man muss sich nicht mal verabreden, um sich zu treffen ;)
Habe dann erstmal meine Steuernummer beantragt, da das 1-2 Wochen dauern kann.
Am Abend haben wir bei uns im Hostel zusammen gekocht, Mark und Jessy kamen auch vorbei und danach haben wir noch einen kleinen Nachtspaziergang durch Perth gemacht.
Am nächsten Tag gings erstmal los, um ein Bankkonto zu eröffnen und eine australische Simkarte zu kaufen. Alles relativ unkompliziert, abgesehen von der Aktivierung der Simkarte, wegen der ich ich mehrfach in den Shop musste und letztendlich nur nach einem 15minütigen Telefongespräch die Karte endlich freigeschaltet bekommen habe. Am Nachmittag gings mit Arne, Mark, Jessy und noch etwa 10 anderen hier aus dem Hostel an den Scarborough Beach. War super! Riesige Wellen und erfischendes, eiskaltes Wasser bei 37 Grad und Sonne!
Mit der Jobsuche habe ich dann am Mittwoch begonnen, indem ich mich bei verschiedenen Jobvermittlungsagenturen registriert und Lebenslauf geschrieben und verschickt habe. Würde gerne im Landesinneren arbeiten, außerdem gibts in Perth selber so gut wie keine Jobs. Nachmittags gings dann wieder an den Strand, diesmal wars der City Beach und am Abend gabs BBQ in einem Pub ganz in der Nähe vom Hostel.
Ich verbringe also die Vormittage zwischen 9 und 13 Uhr mit Jobsuche und nachdem alle Angebote durchforstet und Bewerbungen abgeschickt sind, gehts dann nachmittags in den schöneren Teil des Tages über :) Hin und wieder dauerts aber auch länger, heute musste ich beispielsweise 4 Stunden in einem der Job Shops warten, bis ich überhaupt dran war. Da das hier ohne Nummer läuft und man nach Wartedauer aufgerufen wird, kann man also seinen Platz auch nicht verlassen...und wer schon mehrmals da war und wieder erkannt wird, hat Priorität. Ungewohntes System, aber so werden immerhin diejenigen belohnt, die da jeden Tag stundenlang rumsitzen...
Hat sich dann auch schon nach 2 Tagen geloht und ich hatte 2 Angebote, habe mich für das hoffentlich richtige entschieden! Am Montag gehts nach Gnowangerup in ein Country Hotel, ein All-round Job etwa 350km südöstlich von Perth in einer 1000Seelen Gemeinde. Wenn das keine Gelegenheit ist, Geld zu sparen :)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

KUCHING

Ist supertoll wieder hier zu sein!! :)
Und nun etwas ausführlicher!

Flug nach Malaysia. War sehr unruhig, wackelig und viele schreiende Kinder. So richtig konnte ich also meinen Schlaf nicht nachholen ;)
In Kuala Lumpur am Flughafen hab ich dann 3 andere Mädels aus Australien und Neuseeland getroffen und wir haben noch zusammen bei McDonalds Abend gegessen. Dann hieß es, die ganze Nacht auf dem Flughafen rumzuhängen und zu warten, dass der erste Flieger morgen um 7 nach Kuching geht...

Endlich am nächsten Morgen in Kuching angekommen, holte mich Nicki vom Flughafen ab und ich konnte bei ihr zu Hause endlich mal meinen ganzen Rucksack ausschütten, Klamotten waschen und selber auch ausführlich warm duschen :)
Nachdem ich mich etwas ausgeruht hatte, gings dann zum Abendessen mit Nicki und Salihin und danach gabs eine kleine "Comebackparty" in einem Coffeeshop mit vielen Freunden und ehemaligen Kollegen. Ein sehr schönes und lustiges Wiedersehen!
Am nächsten Tag haben Nicki und ich einen kleinen Stadtbummel gemacht, sodass ich alle Veränderungen und Neuheiten erkunden konnte ;) So wurde die Flussuferpromenade verlängert und dadurch fast verdoppelt, unglaublich viele neue Shoppingmöglichkeiten und auch Hotels eröffnet, neue (klimatisierte!) Stadtbusse fahren, usw. Am Abend hat Salihin super lecker gekocht und es gab endlich mal wieder Garnelen satt. Jammjamm.

Am darauf folgenden Tag wollte ich den Orang Utans einen kleinen Besuch abstatten. Nach "traditionellem" Laksa Frühstück gings dann nach Semenggoh ins Orang Utan Reservat. Dort habe ich zwar viele bekannte Guides und Ranger getroffen, die Orang Utans selber ließen aber auf sich warten und außer einer Affenmama mit Baby ließen sich meine haarigen Freunde leider nicht blicken. Nicki und ich sind danach weiter in ein Bidayuh Langhaus in Ana Rais, nicht allzu weit von Kuching entfernt, gefahren und haben uns da noch eine Weile aufgehalten, Reiswein geschlürft und das Langhaus, welches ich noch nicht kannte, erkundet. Am Abend habe ich dann im Coffeeshop noch andere alte Kollegen getroffen.

Die nächsten zwei Tage sollte es ins Langhaus gehen! Habe mich sehr gefreut, dass es so kurzfristig möglich war, eine Tour nach Ngemah mitmachen zu können. Also hab ich meine Sachen für eine Nacht Langhaus gepackt und los gings Donnerstag Morgen mit einem weiteren deutschen Paar und natürlich mit Guide. Dann die typische Langhaustour: Auf dem Weg machten wir wieder Halt bei den Orang Utans und diesmal zeigten sich 8 Orang Utans inklusive dem heißbegehrten Ritchie - dem Orang Utan Boss ;) Weiterfahrt nach Serian zum Markt und Aufenthalt dort bevor wir nach Lachau zum Mittagessen gefahren sind. Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann endlich die Anlegestelle für die Langboote. Inzwischen ist der komplette Weg dorthin asphaltiert und die Fahrt daher wesentlich angenehmer. Im Langboot fuhren wie dann flussaufwärts bis zum Langhaus Ngemah Ulu. Ich kannte dieses Langhaus noch nicht, da ich letztes Jahr immer im benachbarten Langhaus Ngemah Ili war. Uns erwartete ein noch ursprünglicheres, etwas kleineres Langhaus, ohne Ventilatoren und daher ungöaublich heiß! Nach dem freundlichen Empfang durch die Bewohner des Langhauses, die Iban, und einer kalten Dusche hab ich darum gebeten, dass mir jemand den Weg durch den Dschungel zum anderen Langhaus zeigt. Ich wollte dort die Iban besuchen, die ich im letzten Jahr kennengelernt hab. Also stapfte ich dann mit einem der Iban den 10minütigen Weg rüber zum anderen Langhaus. Auch hier gabs ein großes Wiedersehen. Zum Abendessen bin ich dann aber wieder zurück gelaufen. War sehr sehr lecker – wie immer eigentlich ;) Nach dem Essen gab es die üblichen Willkommenstänze, wir haben Gastgeschenke überreicht und konnten den Rest des Abends verbringen, wie wir wollten. Meine beiden Mitreisenden gingen recht früh ins Bett, und die Langhausbewohner folglich auch. Ich bin dann nochmal nach Ngemah Ili rüber gelaufen, wo ich nochmal Abendessen angeboten bekam ;) Habe dort dann Wildschwein probiert, war aber nicht so nach meinem Geschmack. Gegen Mitternacht bin ich zurück und schlafen gegangen.
Am nächsten Morgen weckten uns zahlreiche Hähne in aller Früh und nach einem leckeren Frühstück durfte ich mal wieder mein Glück bleim Blasrohrschießen versuchen. Immerhin hab ich die Zielscheibe getroffen! ;) Eine kleine Dschungelwanderung führte uns zurück an den Fluss, wo wir wieder ins Boot kletterten und dann zurück zur Anlegestelle fuhren, wo der Van wartete. Auf der Rückfahrt nach Kuching machten wir noch einen kurzen Halt auf der Pfefferfarm und kamen am frühend Abend wieder an. Bei Nicki zu Hause gabs dann lecker Wachtel! :)

In den folgenden Tagen hab ich meinem indischen Sonnenbrand etwas nachgeholfen: Nicki und ich sind nach Damai an den Strand gefahren, haben uns dort auch mit Freunden getroffen. Und weil dem noch nicht genug war, gings am nächsten Tag nochmal in Kuching in den Waterpark, eine Art Freibad. Danach hatten wir dann beide erstmal genug Sonne! ;)

Am Mittwoch wollte ich dann mal meine ehemalige Arbeitsstelle besucht und bin zum Masama Büro rausgefahren. Ich wurde da auch sehr freundlich begrüßt, habe noch mit einer Kollegin Mittag gegessen und wurde am Nachmittag wieder zurück in die Stadt gefahren.

Nicki und ich sind am Wochenende noch nach Bako in den Nationalpark gefahren. Es regnete zwar am morgen, ließ dann aber nach, sodass wir noch einen Pfad im Park trekken konnten. Außerdem gabs wieder jede Menge Tiere zu sehen: Nasenaffen, Makakken (auch Affen), Wildschwein, Waran, Schlange,... Am Nachmittag gings zurück nach Kuching und später noch lecker Steamboat Essen anlässlich des Geburtstags eines Freundes. Steamboat ist eine Art asiatisches Raclette nach All-you-can-eat-Prinzip und sehr sehr sehr lecker :) Haben dann alles gebrutzelt und gekocht – von Hühnchen über Rind und Lamm bis hin zu Garnelen, Krebsen und Muscheln, Gemüse, Reis, Nudeln, verschiedene Soßen und Gewürze konnte man sich alles individuell zusammenstellen. Superlecker also! Danach gings dann noch Stamm-Coffeeshop Cafe Margerita.

An meinen letzten ganzen Tag in Kuching hab ich mich vormittags mit meiner Freundin Lucy aus dem Langhaus Ngemah Ili getroffen. Sie arbeitet in Kuching in einem Restaurant, sodass ich sie gleich gebeten habe, für abends einen Tisch für uns dort zu reservieren. Habe die Zeit bis nach dem Mittagessen mit ihr und einem ihrer Freunde verbracht und mich danach noch mit einem ehemaligen Kollegen getrofen.
Zum Abendessen haben wir uns mit Freunden getroffen und sind später auch noch was trinken gegangen. Irgendwann kam dann die Idee auf, den restlichen Abend noch auf eine Halloweenparty zu gehen. Irgendwer hatte sogar eine ganze Batterie hässlicher Gummimasken dabei. Also haben wir uns damit ausgestattet und sind zur besagten Party gefahren. Als wir den Raum betraten, mussten wir dann aber feststellen, dass wie die einzigen in hässlichen Masken waren. Niemand hatte ein Kostüm an! Also schnell wieder weg damit...! ;)
Irgendwann am frühen Morgen gings dann endlich ins Bett!

Am Abreisetage hab ich nach einem späten Frühstück alles gepackt, mich flugfertig gemacht und dann sind wir noch Mittagessen gewesen, bevor mich Nicki und Salihin zum Flughafen brachten. Später kamen noch 4 andere Freunde zum Flughafen, um mich zu verabschieden, bevor gegen 18.00 mein Flieger nach Kuala Lumpur ging. Dort ging es Mitternacht weiter nach Australien...

MUMBAI

14.10.2010

Gegen Mittag ging mein Flug nach Mumbai/Bombay. Mal wieder nur mit einer Adresse ausgestattet, hab ich mir am Flughafen in Mumbai zunächst ein Prepaid Taxi organisiert. Ist ganz praktisch sowas! Da zahlt man im Voraus am Schalter einen Festpreis, der sich nach der Entferung richtet und bekommt dafür eine Art Quittung, die man am Fahrziel angekommen dem Taxifahrer gibt. Der kann das dann einlösen und selber hat man mit dem Taxifahrer nichts finanzielles zu verhandeln. Als Tourist in Indien ist sowas nur von Nutzen!! :)
Das mir zugewiesene Taxi war eine kleine, üble Schrottkarre. Nicht nur äußerlich, nach etwa 20 Minuten Fahrtzeit sprang die Kiste nach einer roten Ampel nicht mehr an! Schieben, Ziehen, Dagegentreten, Anspucken...alle Versuche des Fahrers sein rostiges altes Taxi wieder in Fahrt zu bringen, scheiterten. Also musste ich umsteigen – in die nächstbeste Autorikscha. Nach nerviger Diskussion gab mir mein „Ex-Taxifahrer“ dann auch das Geld für die Rikscha, da ich ja die Gesamtstrecke schon bezahlt hatte und er sich mit dem Coupon auch das ganze Geld abholen kann. Ich war ja lange noch nicht am Ziel!
Jedenfalls wechselten die beiden Taxifahrer dann noch einige für mich unverständliche Worte in Hindi und los gings in der Rikscha. Nach etwa 10 minütiger Irrfahrt durch Mumbais Straßenchaos fragte mich der Fahrer dann auch mal: „where?“ Na toll! ;) Er sprach natürlich kein Englisch und wusste auch nicht, wo die Adresse zu finden ist, die ich ihm aufgeschrieben hatte. Also hielten wir alle 50m um jemanden nach dem Weg zu fragen...^^
Irgendwann bin ich dann tatsächlich angekommen! ;)
Meine Gastgeberin Shikha ist 26 und arbeitet als unabhängige Reisejournalistin und Fotografinb für verschiedene Magazine und Verlage. Sie lebt in einer 2er WG in einem der besseren Stadtviertel Mumbais. Auf der ausführlichen Fahrt zu ihrer Wohnung hab ich ganz andere Behausungen gesehen, die nur aus einer etwa 1,5m über dem Gehweg gespannter Plane bestanden und darin tümmelten sich dann massenweise Menschen im Dreck...kein schöner Anblick!
Wir sind dann in einen Coffeeshop gegangen, später sind dann noch zwei Freunde von Shikha und ein Couchsurfer aus Ungarn, der bei einem der Freunde wohnt, zu uns gestoßen. Waren auch noch alle zusammen Abendessen und sind danach in einen Garagen-Pub gefahren. Die Angestellten dort haben alle Blaumänner getragen... :) Dort kamen dann noch mehr Bekannte von Bekannten usw. Sind alle sehr nett und lustig gewesen.

15.10.2010
Ich hätte nicht gedacht, dass sich Delhi und Mumbai so stark unterscheiden. Immerhin sind es beides sehr große indische Städte. Delhi Regierungszentrum und Mumbai Wirtschaftszentrum. Aber zwischen den beiden Städten, bzw. zwischen dem, was ich mit meinen jeweils auch unterschiedlichen Gastgebern aus verschiedenen Milieus gesehen habe, liegen Welten!
Mumbai scheint Delhi um Jahrzehnte voraus zu sein! Hier sind viel mehr westliche Einflüsse zu spüren. Ich konnte mich völlig frei bewegen ohne ständig – wie in Delhi – angestarrt, angesprochen oder angefasst zu werden. Bis auf den Taxifahrer (natürlich gerade der!^^) sprechen hier alle sehr gutes Englisch, bessere Straßen – habe keine ungepflasterten Straßen gesehen. Vom Verkehr ist hier nicht die Rede! Der war in Delhi dagegen total entspannt! ;) Und so weiter... Mumbai hat auf mich jedenfalls einen sehr weltoffenen und (verhältnismäßig) modernen Eindruck gemacht. Andererseits hab ich noch nie so starke Kontraste gesehen wie hier! Einige Stadtviertel bestehen ausschließlich aus großen Glaspalästen, Banken, Hotels, schicken Clubs und Shopping Malls und wenige Kilometer weiter hausen die Leute in zeltähnlichen Buden, liegen im Dreck auf der Straße, hängen ihre Wäsche über Ampeln und Verkehrsschildern auf. Straßenrände sind von meterhohen Müllbergen gesäumt und dazwischen spielen unzählige Kinder. Auch ein Ausflug zu einem der Stadtstrände war mehr schockierend als schön. Direkt am Strand, im Sand, stehen Behausungen aus Holzbrettern, Stöcken, Planen, Wellblech. Anscheinend je nachdem, was man gerade gefunden hat. Der komplette Strand war voll mit Müll und Fäkalien, dazwischen Familien, Kinder, Hunde... Da wird das Meer (ich wurde leider Augenzeuge dessen!) als WC genutzt...und natürlich alles wieder angeschwemmt! Dementsprechend grauenhaft roch es da dann auch. Soviel Dreck, Müll und Gestank hab ich noch nie erlebt – Und im Hintergrund große Appartmentgebäude und Luxushotels.

16.10.2010

Mumbai besteht aus Nord- und Südstadt. Meine Unterkunft war im Norden, das ist der neuere Teil der Stadt. Im Süden befindet sich das alte Mumbai, was hier als Bombay bezeichnet wird. (Mumbai und Bombay sind ein und der gleiche Name für die gleiche Stadt. Hieß früher Mumbai, dann Bombay und nun wieder Mumbai, daher nennts jeder anders!)
Shikha wollte mir heute den Süden zeigen. Dazu war eine Zugfahrt von Nord nach Süd nötig. Zugfahren in Bombay! Ich wünsch es keinem! Sobald der schon längst übervolle Zug den Bahnhof erreicht, springen die ersten aus den türlosen Türrahmen des noch fahrenden Zugs. Das ist auch nötig, denn sobald der Zug annähernd zum Stehen gekommen ist, quetschen sich Menschenmassen rein. Aussteigen ist zu diesem Zeitpunkt also läääängst zu spät! Und nach 30 Sekunden halt gehts dann auch weiter. Manche stehen zwar nur mit einem Bein im Zug und die andre Körperhälfte hängt irgendwie noch raus, aber das interessiert hier keinen. Von wegen "Vorsicht einfahrender Zug" oder "Abstand"...
Shikha hatte mir zwar gesagt, dass ich da nicht besonders rücksichtsvoll rangehen soll, aber darauf war ich dann doch nicht vorbereitet. Der erste Zug fuhr los, Shikha klebte zur Hälfte noch mit drin, ich konnt dann irgendwie nicht so spontan auf den fahrenden Zug aufspringen...also ist sie wieder rausgehüpft. Beim zweiten Anlauf hats dann geklappt und wir steckten beide im Zug. Es war schrecklich und superlustig gleichzeitig! Ich hatte das Gefühl, mit allen 1, 2 Milliarden Indern auf einmal im gleichen Abteil zu stehen. Ein riesengroßes Gedrängel, Gequetsche und Geschiebe! Besonders schlimm wurde es dann an den Haltestellen, wenn die ganzen Leute wieder rein und rausströmten. Das Spektakel dauerte jedenfalls 40 Minuten, gefühlte 4 Stunden!! :)
Dann waren wir im Süden. Große, breite, saubere Gehwege. Nur Taxis, keine quietschigen Rikschas. Hupverbot. Gepflege Strandpromenade. Alte, vikrorianische Gebäude: Universitäten, Gerichtshöfe, Kirchen, Cricketplätze und schöne Grünanlagen. Mal wieder überraschte Bombay mich mit seiner Vielseitigkeit. Wir sind dann zum Gateway of India gefahren, das ist so ziemlich das Wahrzeichen der Stadt. Ein großes Steintor im britisch-indischen Stil am Hafen Mumbais, das als Begrüßungsgeste errichtet wurde zu Zeiten, in denen Mumbai hauptsächlich per Schiff erreichbar war. Wir sind dann am Chowpatty Beach, einem wirklich schönen, wimmeligen Stadtstrand entlang gegangen. Hier wehte sogar ein kleines Lüftchen! :) Waren dann noch auf alten Märkten, in Tempeln und Kirchen und schließlich irgendwo was essen. Gegen 5 gings dann schnell zum Zug, um unbedingt noch vor der Rushhour wieder in den Norden zu kommen! ;)
Am Abend stand ein Mädelsabend in der WG an, außer Shikha und mir noch ihre Mitwbewohnerin und 3 andere Freundinnen. Haben was zu essen bestellt, Spiele gespielt und sind später noch tanzen gegangen. Bei einer der Freundinnen haben wir dann den Abend ausklingen lassen und waren irgendwann am frühen Morgen wieder bei Shikha in der WG. Konnte mich dann noch mal für 3 Stündchen hinlegen und mich dann auf den Weg zum Flughafen machen...

17.10.2010

Flug nach Malaysia. War sehr unruhig, wackelig und viele schreiende Kinder. So richtig konnte ich also meinen Schlaf nicht nachholen ;)
In Kuala Lumpur am Flughafen hab ich dann 3 andere Mädels aus Australien und Neuseeland getroffen und wir haben noch zusammen bei McDonalds Abend gegessen. Dann hieß es, die ganze Nacht auf dem Flughafen rumzuhängen und zu warten, dass der erste Flieger morgen um 7 nach Kuching geht...

Sonntag, 17. Oktober 2010

GOA

10.10.2010

Frühstück, Packen, Aufbruch in Richtung Flughafen. Auf dem Weg dahin ein Zwischenstop auf einer Art Rummel. Da gabs dann erstmal noch schnell eine schöne Maniküre :)
Abschied von meinen Gastgebern am Flughafen (bzw. habe ich ja meine eigentliche Gastgeberin deren Zimmer ich bewohnt habe, nie kennengelernt^^).
Der Flug nach Goa dauerte knappe 2h und war wesentlich unspektakulärer als ich es von einem indischen Billigflieger erwartet hätte! ;) Am winzig kleinen Flughafen von Goa holte mich mein nächster Gastgeber, James, ab. Er ist Schotte, Mitte 40, und lebt seit einiger Zeit in Colva, einem kleinen Dorf in Südgoa.! Ist ein super Typ, sehr nett und lustig mit jeder Menge unglaublich spannender, filmreifer Lebensgeschichte auf Lager! Hatte anfangs etwas Schwierigkeiten mit seinem schottischen Akzent, aber irgendwann hab ich mich dann drangewöhnt und das meiste verstanden! ;)
Da ich im Dunkeln angekommen bin, hab ich noch nicht viel von Südindien gesehen, aber nach Strand sah es noch nicht aus. Eher nach Dschungel und Wildness. Aber eigenes Zimmer mit BETT! Eine richtige Dusche! Sowas hab ich ja nach Delhi nicht zu hoffen gewagt! :)

11.10.2010

Aus dem eigentlich Plan, lange auszuschlafen wurde nichts. Im Nachbarhaus wurde ab 8 Uhr ordentlich Flowerpowermusik aufgelegt! :)
Ich wollte dann zum Strand und James hat mich dort abgesetzt, sodass ich ein bisschen am Strand umherspazieren konnte. War wirklich nicht weit! 5 Min. auf seinem Moped und gute 10 Minuten dann zu Fuß...Strandspaziergang war sehr schön, hab mir dann aber irgendwann ein schattiges Plätzchen unter einer Palme gesucht und gechillt.
Zum Mittag haben wir uns in einer der Strandbars getroffen und lecker gegessen. Habe mir dann am Nachmittag noch das Örtchen angegeuckt. Colva (und auch die meisten anderen Dörfer hier in Goa am Strand) bestehen eigentlich nur aus einer Straße, an der sich auf beiden Seiten unzählige winzige Läden aneinander reihen. In den meisten werden Souvenirs und Schnickschnack verkauft: Schmuck, Kleidung, Badesachen, Spielzeuge, Sonnenbrillen, Flipflops usw. Dazwischen immer mal ein kleines Restaurant oder ein Internetcafe. Sehr niedlich!
In Goa beginnt die Hauptsaison erst Anfang November. Bis Ende September wütet hier der Monsun und der Oktober dient dann dazu, Strandbars, Restaurants und Strandhütten als Unterkünfte für Touris am Strand aufzubauen. Demzufolge war ich genau zur richtigen Zeit da! Das Wetter war traumhaft und die Strände nicht überfüllt! Colva Beach war, wenn überhaupt, sowieso nur mit indischen Touristen bevölkert!

12.10.2010

Heute haben James und ich einen Roadtrip an die südlichsten Strände Goas gemacht. Mit James Motorrad waren wir nach guten 45 Minuten in Palolem Beach, einem traumhaft schönen Strand! Viel kleiner als Colva Beach und in einer Bucht gelegen. Hier waren noch weniger Menschen und vor allem europäische Touristen. Das heißt: ruhiger, sauberer, schöner! ;)
Der einzige Nachtteil hier waren die Strandverkäufer, die ihren Kram verkaufen wollten. Aber wenn man sich einfach ein bisschen schlafend oder tot stellt, dann gehen die meisten nach 10 Minuten schon wieder! ;)
Und noch was witziges: Hier liegen nicht nur Menschen am Strand, sondern auch gern mal die Kühe und Bullen mittendrin!
Am Abend waren wir kurz beim Nachbarn, da einer der Jungs seinen 10. Geburstag hatte.

13.10.2010

Gegen Mittag Aufbruch zum Strand! Wohin sonst!? :)
Heute konnte ich mir sogar eine Liege in der Strandbar Boomerang organisieren. Gleichzeitig war die Getränkeversorgung damit geklärt! :)
Der Rest des Tages bestand aus Liege-Wasser-Liege-Wasser... :) Trotz regelmäßigen Eincremens hab ich die Sonne dann am Abend doch ziemlich gespürt!
Mit James bin ich dann abends nochmal zum Abendessen ins Boomerang gefahren, weil dort Karaokeabend war, worauf Asiaten ja besonders stehen! :) In der Bar waren aber, abgesehen von den Angestellten, fast ausschließlich Europäer. Selber hab ich nicht gesungen, war mit den Hindi-Liedern nicht allzu vertraut! ;) War dennoch ein lustiger Abend!

DELHI

6.10.2010

3 Flugstunden und einen ersten Sonnenstich später:
Über mir rattert ein Ventilator auf höchster Stufe, draußen kläffen Hunde, Menschengeschrei und hupende Autos. Die Luft ist trotz luftiger 30 Grad extrem stickig. Willkommen in Indien :)

Bin gegen 3 Uhr indischer Ortszeit in Delhi gelandet. Nach gefühlten 20 Passkontrollen durfte ich dann noch bis kurz vor 5 aufs Gepäck warten. War nicht weiter schlimm, da ich bei Ankunft eine SMS von meiner Gastgeberin Seya erhalten hatte, in der sie mir mitteilte, dass sie nicht wüsste, ob sie es schafft, mich heute bzw. Überhaupt noch noch zu treffen und sie würde einen Freund schicken.
Also hab ich erstmal gewartet, auf irgendwen irgendwann...bis sich dann aber auch gar nicht sooo viel später ein Kunal meldete, mich abholte und zu Seyas Wohung brachte. Auf dem Weg vom Flughafen hat er mir erstmal erläutert, dass die meisten Inder keine Verkehrsregeln beherrschen würden und danach mit einem breiten Strahlen verkündet, dass er auch dazu gehört...Naja....;)
Wär auch egal gewesen, wenn er sie gekannt hätte, weil die ziemlich leicht zu durchschauen waren:
  1. Fahrbahnmarkierungen, Straßenschilder, Polizeisperren, Ampeln und dergleichen sind nur Deko.
  2. Man blinkt nicht beim Überholen, sondern hupt einmal laut und deutlich und gibt ordentlich Gas.
  3. Fußgänger, Radfahrer, Rikschas, Tuk-Tuks (=motorbertriebene Rickschas), Autos, Busse, Mopeds und Kühe nutzen alle die gleiche noch so kleine oder große Straße in 4 verschiedene Richtungen gleichzweitig. Man merkt kaum, dass eigentlich Linksverkehr ist, irgendwer weicht schon irgendwann aus. Meistens.
  4. Auf ein Moped passt mindestens eine 4-köpfige Familie – plus Kühlschrank!
  5. Mit ordentlich Tempo so über Schlaglöcher fahren (und es gibt echt viele Schlaglöcher!), dass man mindestens bis an die Autodecke hüpft, dazu Musik – volles Rohr!
Gut angekommen also, hielt sich meineBegeisterung zugegebenermaßen stark in Grenzen. Aber nach ner Dusche, Frühstück und ein paar Stunden Schlaf sah es dann gleich viel (naja, ein bisschen^^) besser aus. Mein Zimmer besteht aus 4 Wänden, einer Matratze, einem Ventilator (YEAH!) und nem Aquarium. Im 3. Stock mit traumhaften Ausblick auf eine kleine, staubige, mit allen möglichen Lebewesen belebte Straße. Was will man mehr! :)
Kunal hat mich dann Nachmittags durch die Stadt gefahren, zum Parlament, India Gate, auf verschiedene, bunte Märkte, farbenprächtige Tempel, darunter auch der Lotustempel, der wohl der bedeutendste Indiens ist, und zu einer Art Kunsthandwerkermarkt. Dort gabs dann auch irgendwann Mittag, dass ich aber trotz deutlichen "not too spicy, please" nur mit jeder Menge Wasser und eigenartigem indischen Eis zum Nachtisch ertragen konnte. Abgesehen davon, war es sehr lecker ;)
Auf dem Rückweg hat mir Kunal noch eins seiner Büros gezeigt. Ich würds ja eher als Panikraum bezeichnen, aber nagut... :) Dem gehören irgendwie 3 Firmen hier in Delhi und noch weitere in ganz Indien, jedenfalls verdient der wohl richtig gut.
Die Wohnung besteht außer aus meinem Zimmer noch aus Toilette/Dusche, einer Kochnische und 2 anderen Zimmern, in denen Kunal seine Angestellten untergebracht hat (einen Fahrer, einen Jungen zum Kochen und Putzen und einen als Art Sekretär). Mit denen kann ich mich zwar kaum unterhalten, weil die nicht wirklich Englisch sprechen, sind aber sehr nett und hilfsbereit und weihten mich gleich in die Kunst komischer indischer Brett- und Kartenspiele ein. ;-)

7.10.2010

Heute war Sightseeing angesagt, und zwar in Old Delhi. Nach dem Frühstück, das mir in Form von übersüßtem Tee mit übersüßter Milch und indischen Fladenbrot gereicht wurde, holte mich Kunal von meiner Unterlunft ab und ab gings zum Roten Fort, eine Anlage aus dem 17.Jhd. mit mehreren Palästen, Hallen, Moscheen und Gärten. Fast noch spektakulärer als das Fort war (mal wieder) die Fahrt dorthin. Da in der Nähe keinen Parkplätze zu finden waren, wurde das Auto kurzerhand woanders abgestellt und ab in die Autorikscha. Zunächst etwas furchteinflößend, aber irgendwie auch superwitzig, gings dann damit in rasanter Geschwindigekeit durchs Gewimmel. Ich glaube, rein statistisch, hätten wir mindestens 5 Unfälle verursachen müssen... :)
Im Fort angekommen durfte ich als Tourist den 25-fachen Preis vom Eintrittspreis für Inder zahlen, was aber bei einer Summe von 4 Euro verschmerzbar war. Von da aus gings dann weiter zur Jama Masjid, zur größten Moschee Indiens, und zwar diesmal mit einer Fahrradrikscha. DAS war jetzt wirklich mehr furchteinflößend als schön! ;-)
Weiter durch die Haupteinkaufsstraße von Old Delhi, wo es unglaublich viele verschiedene Dinge zu kaufen gibt! Stoffe, Teppiche, Seide, Malereien, Schmuck, Schuhe, Gewürze, Kunsthandwerk, Lebensmittel,CDs, Bücher, Kleidung, Tiere,...irgendwie alles! Dementsprechend riechts dann da auch irgendwie nach allem ;) Außerdem ein Haufen Menschen, sodass das Ganze zwar sehr beeindruckend war, aber nichts für einen längeren Aufenthalt. Zudem auch noch kreischige Händler, massenweise Straßenhunde und Bettelkinder. Angesichts der der kleinen Kinder fällt es dann auch wirklich schwer, nichts zu geben. War also nicht besonders angenehm dort und wir sind dann bald wieder (mit so einer Kamikaze-Rikscha) zum Auto zurück gefahren. In der Unterkunft angekommen, durfte ich dann sogar beim Kochen helfen, d.h. man vertraut emir das Rühren an :)
Was dann raus kam war ein Reiseintopf mit Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Lamm und 1000 Gewürzen, eins schärfer als das andere! Dazu gabs dann Joghurt als Beilage. Hat gut geschmeckt.
Am Abend wurde ein 9tägiges Götterfest eingeleutet, bei dem überall an den Templen kleine Lichter und Lämpchen leuchten und man dann während dieser Zeit kein Fleisch isst (viele Inder sind sowieso Vegetarier, ansonsten viel Huhn und Lamm, da Kühe heilig sein und Schwein als unrein gilt.). Gefeiert wurde das Ganze in Kunals Garten, vorher gings aber noch auf den Nachtmarkt um noch Zubehör zu besorgen (Lebensmittel, Deko). Und weils da zu menschenüberlaufen war nicht mit Auto, sondern Moped! Sagte ich, Rikschas durch Delhi wären beängstigend? Das nehm ich an dann an dieser Stelle mal zurück :-) Auf dem Markt war dann auch echt ordentlich was los und es ist fast erstaunlich, dass ich nicht verlorgen gegangen bin! :)
Hauptbeschäftigung später am Abend war es dann mit allen möglichen Arten von Luftgewehren, Luftpistolen und Pfeil + Bogen auf eine Zielscheibe zu knallern! ;) Super unterhaltsam das Ganze!
Irgendwer hatte dann auch noch Geburtstag, es gab Torte und Essen (ich spare mir jetzt mal, jedes Mal zu erwähnen, dass es viel zu scharf, aber sonst lecker war ;)). Gegen 3 Uhr nachts oder so lag ich dann im Bett, also auf der Matratze ;)

8.10.2010

Weiter gehts mit Sightseeing! Nach dem Fruehstueck gings zur Qutb Minar (oder so ähnlich), einer Art Ruinenstadt, eigentlich nur aus den Ueberresten einer großen Moschee bestehend. War sehr schoen und sehr heiß da! Danach gings zu einem Hinditempel, der Weg dahin war von Scharen von Affen blockiert, dazwischen immer mal ein Wildschwein. Mitten in Delhi! Kam mir eher vor wie auf einer Safari... :)
In Delhi waren zur zeit die Commenwealth Games, sowas wie Olympiade und daher sind viele Sehenswuerdigkeiten aus Sicherheitsgruenden (wegen Terrordrohungen und so) nicht oder nur beschränkt und strak bewacht geöffnet. Von daher hab ich dann vieles nur aus der Ferne bewundern können, aber immerhin... :)
Am Abend scheiterte dann der Versuch in eine indische Disco zu gehen auch an den überhöhten Sicherheitsmaßnahmen und wir endeten schließlich bei Mc Donalds! Was es in einem McDonalds gibt, in einem Land, in dem man Rindfleisch isst? - Keine Ahnung! Sah alles komisch aus, hab dann nen Eis genommen! :)

9.10.2010

Vormittags gings in den Zoo, lustige, indische Tiere angucken. Aber da es echt heiß war (mal wieder), sind wir nur mit so nem kleinen Caddy durch den Zoo gefahren und dann irgendwo zum Mittagessen. Nachmittags haben wir ausreichend Hennafarbe beschafft und dann frisch und froh drauf los geschmiert was das Zeug hält! :) Mit mehr als genug neuer Körperverzierung gings dann am Abend auf ein Hindifest. Da hab ich es aber nicht lange ausgehalten! Das war eine Art Rollenspiel oder Theater und zwar in unmenschlicher Lautstärke und noch viel unmenschlicheren Lauten an sich. Kurz: Ein einziges Gekreische! Dazu ein Haufen johlende Inder, die alle irgendwas andres brüllten und wie verrückt umhersprangen. Ich fands also extrem unangenehm da^^. Wir sind dann nach weniger als 10 Minuten wieder gefahren! :)
Genauso unangenehm ist es mir, hier ständig bedient zu werden. Sobald ich „nach Hause“ komme, wird mir erstmal auf einem Tablettchen gekühltes Wasser serviert, dann zugeguckt wie ich das trinke und dann wieder abgeräumt. Mit dem Essen das gleiche. Und sobald irgendwas alle ist gibt’s ungefragt Unmengen Nachschub. Sattsein gibt’s irgendwie auch nicht... Sobald sich auf der Matratze, die hier Schlaf-, Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer ist, ein Fältchen gebildet hat wird’s wieder gerade gezupft, meine Sachen werden ständig aufgeräumt, usw. Hab zwar mehrfach gesagt, dass ich das nicht brauche, aber das wird ignoriert. Naja, auf Dauer könnt ich mich vielleicht dran gewöhnen, aber so ists komisch! :)
Auch gewöhnungbesdürftig: Inder stehen auf Körperkontakt. Ständig fasst jeder jeden an, Männer gehen Hand in Hand oder Arm in Arm umher. Frauen auch. Jedenfalls ist man ständig mit irgendwelchen Berührungen konfrontiert. Was nicht immer zu meinem persönlichen Reinlichkeitsempfinden beiträgt! ;)

Eine eigentlich für heute geplante Fahrt nach Agra zum Taj Mahal mussten wir leider abbrechen. Aufgrund von unseren Weg kreuzenden Krawallen und Schiesserein auf halber Strecke, wurde das Unterfangen dann abgebrochen. Ist zwar sehr sehr schade, aber das wars dann doch nicht wert! Nächstes Mal dann eben... :)

Samstag, 9. Oktober 2010

DUBAI

30.09. - 1.10.2010

Nach einem sehr ruhigen und entspannten Flug mit Zwischenlandung in Qatar bin ich gut in Dubai angekommen. Qatar Airways bietet zwar wirklich guten Service, aber scharfe Currys, Linsensalate, Bohnengemüse und Kichererbsenbrei sind vielleicht nicht das allerpraktischste auf längeren Flügen ...  ;) (Für die "Verliebt in Berlin"-Fans unter euch sei vielleicht noch am Rande erwähnt, dass die gute Frau Neldel direkt vor mir saß.)
Gelandet, Gepäck eingesammelt und Geld getauscht, begab ich mich auf Unterkunftssuche, d.h. eigentlich nur: Taxi geschnappt und zur Adresse fahren lassen, die mir meine Gastgeberin für die nächsten Tage hier in Dubai angeben hat. Kaum im sehr kleinen, aber feinen Apartment von Debbie angekommen, hieß es auch schon wieder Aufbruch zum Frühstück! Irgendeine Art Wrap mit Huhn und Gemuese gefuellt. Lecker, aber komisch morgens um 8.00 Uhr! Nach ein paar anschließenden Stunden Schlaf gabs dann erstmal Mittag (hatte mich ja seit dem Frühstück soo verausgabt), auch wieder sehr scharf und gewürzreich!
Am Nachmittag gabs dann eine kleine Privattour mit Debbie zur Palm Island mit Blick auf den Arabischen Golf und aufs Atlantis Hotel/Museum/Erlebnispark. Darueber war ich SEHR froh, da ich so die meiste Zeit im klimatisierten Auto war, die Hitze ist hier unertraeglich! Hinzu kommt ein heisser, staubiger und sandiger Wind. Nach 5 Minuten an der "frischen Luft" um ein paar Fotos zu machen, ist dann das Beduerfnis nach Waerme auch erstmal gesitllt gewesen.
Danach hat mich Debbie am Souk Madina, einem alten, typischen Markt abgesetzt, von wo aus der Burj al Arab, das höchste Hotel der Welt, 7 Sterne, wunderbar zusehen war, während die Sonne im Meer unterging. Sie hatte dann noch einen Termin, deswegen hab ich den Abend dann dort verbracht mit Bummeln, literweise Trinken, Schwitzen und fotografieren... ;)
Hab mir dann gegen 11 ein Taxi zur Unterkunft genommen und erstmal kalt geduscht.. :)

2.10.2010

Heute habe ich ausgeschlafen und etwas von dem mangelnden Schlaf der letzten beiden Tage nachgeholt. Gegen Mittag hiess dann aber Aufbruch zur Wüstensafari, die ich telefonisch einen Tag vorher buchen konnte. Was hier so leicht klingt, war es leider nicht, da der Fahrer natürlich NICHT zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort war, aber nach unendlichen vielen Telefonaten hat man dann letztendlich doch zueinander gefunden! ;-) Dann dauerte es nur noch gefuehlte Stunden bis auch die anderen Teilnehmer (5 Personen-Jeep) alle aufgesammelt waren...
Vom Stadtzentrum fuhren wir (=ein Hollaender, ein Ami, eine aus Dubai und eine aus Singapur^^ und ich + FAhrer natuerlich) im Jeep etwas über eine Stunde bis außer Sand weit und breit nichts anderes mehr zu sehen war (abgesehen von anderen Touri-Jeeps ;-). Dann gabs zur Einstimmung gleich eine rasante Fahrt durch die sandigen Dünen. Ist in etwa wie Achterbahnfahren. Mein Versuch, das Ganze zu filmen, ist eher weniger prickelnd ausgefallen, hat etwas gewackelt manchmal :) Teilweise ist der Jeep auch nur noch die Dünen runtergerutscht, also nichts für allzu empfindliche Mägen (meine letzte Mahlzeit lag glücklicherweise schon etwas zurück! ;-) Auf diese Art und Weise erreichten wir dann nach ca. 15 Minuten wilder Fahrt durch und über Sandhügel ein Beduinencamp. Im Sonnenuntergang konnte ich dann aufm Kamel durch die Wüste galoppieren, naja, eigentlich eher gemählich geschaukelt werden! :) Da das Tier etwas humpelte (wahrscheinlich war ich nicht die Erste), wurde ich dann das zweite Mal in Folge schoen durchgeschuettelt. Darum gabs danach auch erstmal Essen! :) Während eines leckeren arabischen Abendessens ( Buffet mit viel HACK!^^, Frauen und Maenner muessen sich in getrennten Reihen anstellen) war dann wieder etwas Entspannung angesagt. Nebenbei tanzten Bauchtaenzer, man konnte Wasserpfeife rauchen oder sich mit Henna anmalen lassen. Habe natuerlich alles davon mitgenommen ;) So haben wir dann auch den Abend ruhig ausklingen lassen und gegen 22.00 Uhr gings zurück nach Dubai.
Wueste...

Wasserpfeife




mein ab sofort neues Outfit! ;)


3.10.2010

Da hier in Dubai das Wochenende Donnerstag/Freitag ist, musste meine Gastgeberin Debbie arbeiten, d.h. früh aufstehen, auch für mich! Mit dem Bus ins Zentrum gefahren (die ersten 6 Reihen sind übrigens nur für Frauen resierviert, in den Metros gibts extra Wagons für Frauen und man kann als Frau auf Taxifahrerinnen bestehen, usw...) und mir ein 48h Stadtrundfahrtsticket im Hopperbus besorgt und mich auf 2 Routen (eine Stadtroute und eine Strandroute) im Doppeldeckerbus mit offener 2. Etage durch die Stadt gondeln lassen. An 30 verschiedenen Stationen konnte, wer wollte, aus- und aller halben Stunde wieder in den nächsten Bus einsteigen. Auf diese Weise habe ich eine Bootsfahrt auf dem Dubai Creek mit Blick auf alte und neue Stadtteile als eine der Stationen machen können, war im museumsuntypisch sehr coolen Dubai Museum, welches mit allen Formen von modernem Medieneinsatz gestaltet war. Auch eine Führung durch das Haus eines Scheichs war super interessant. Das Schlendern über die alten Textil-, Gewürz- und Schmuckmärkte hat nur begrenzt Spaß gemacht – aufdringliche Händler! Aber die bunte Vielfalt dort war auf jeden Fall einen Besuch wert! Dubai ist echt eine sehr schöne und auch sehr sichere Stadt. Allerdings ist die gesamte Stadt ne Baustelle, überall werden neue Attraktionen und Bauprojekte aus dem Sand gestampft. Die Straßenverläufe haben sich allein in den paar Tagen, in denen ich da war, 3 mal geändert, weil wieder neuer Asphalt auf den Sand geschüttet war. Man kann also wirklich regelrecht zu gucken, wie Dubai weiter wächst! Für eine Wüstenstadt ist es auch unglaublich grün dort: riesige Golfplätze, Parkanlagen,...aber kein Wunder bei über 1 Milliarde Liter Wasserverbrauch täglich!

4.10.2010

Weiter gings im Hopperbus! Diesmal mit mehr Fokus auf die neueren Bauten in Dubai, also auch Halt an der Dubai Mall, die als Einkaufszentrum nicht nur ALLE Arten von Läden, sondern auch Unterwassertunnel mit Haien, Meeresmuseum, etc. beinhaltet. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Burj Kalihfa, das derzeit höchste Gebäude der Welt. Eigentlich wollte ich mich ja nur mal informieren, aber dann war gerade in dem Moment noch genau 1 Karte für den Fahrstuhl übrig, sonst hätte ich stundenlang warten oder nochmal wieder kommen müssen. Also hab ich die knapp 20€ gezahlt und in 60 Sekunden gings dann erstmal 124 Stockwerke höher, von dort hatte man eine traumhafte Aussicht – auf etliche andere Wolkenkratzer und vor allem auf jede Menge Sand! ;-) Von Oben sah das Umfeld dann nicht mehr sooo gruen aus! Allerdings war das die einzige Stelle in Dubai, von der man die World Islands aus sehen konnte (Himme jeden Tag wolkenlos blau, manchmal etwas diesig durch den Sandstaub), ohne sich in einen Helikopter begeben zu müssen :-) Habe mich dann sogar auf die Außenterasse gewagt, da wars aber zu heiß auf Dauer!
Am Nachmittag war ich an einigen Stränden, ein bisschen chillaxen und am Abend zum Sonnenuntergang auf der äußeren Sichel der Palm – Insel. Sonnenuntergang war schon so gegen 18.00 Uhr, dafür ists dann aber auch schon sehr früh wieder hell. Und 10 superheiße und sonnige Stunden reichen auch vollkommen aus! Wird zwar nicht wirklich kühler am Abend, aber man kann schonmal nicht mehr so schnell verbrennen! ;)
Zum Abendessen traf ich mich mit Debbie in der Mall of the Emirates (wo es nebenbei bemerkt auch ALLES gibt, von H&M bis Gucci u.v.m.). Wir sind dann in ein typisch arabisches Restaurant gegangen, war sehr lecker! Abschließend gabs dann noch nen kleinen Shoppingtrip. Bloß gut, dass ich mein Gepäck auf 20kg begrenzt halten muss, sonst wär ich sicher um den einen oder anderen Euro ärmer... :) Allerdings ists auch echt nicht billig hier...

5.10.2010

Letzer Tag in Dubai! Da ich eigentlich schon so gut wie alles gesehen hatte, beschloss ich, den Tag ruhig angehen zu lassen und nochmal die Orte zu besuchen, die mir besonders gut gefallen hatten. Gegen Nachmittag dann noch in den Pool des Apartmentblocks gesprungen und am Abend meine sieben Sachen zusammengekramt und zum Flughafen gefahren. Eingecheckt, durchgecheckt und abgeflogen...