Samstag, 16. April 2011

RED CENTRE

Nachdem ich Adelaide einige Tage später vollends erkundet hatte, beschloss ich spontan, erstmal die Mitte Australiens zu besuchen. Da bot es sich dann wunderbar an, dass Fine, die Fahrerin des 2. Autos, das mit uns die Nullarbor durchquerte, gleiches vorhatte und nach Mitfahrern suchte. Es dauerte dann auch nicht lange und ein es gesellte sich noch ein Schwede zu uns, sodass wir nach einer knappen Woche in Adelaide den Roadtrip ins Red Centre anbrechen konnten. Am zweiten Tag der Reise erreichten wir Coober Pedy, eine Minenstadt, die für ihre Opale berühmt ist. Außerdem ein Highlight: Unterirdische Wohnungen, Kirchen, Hotels,...! Die meisten davon sind heute nur noch zum Besichtigen für Touristen geöffnet, aber viele auch noch wirklich bewohnt.
Am dritten Tag überquerten wir die Grenze zum Northern Territory und kamen am nächsten Tag gegen Mittag im Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark an. Für eine ordentliche Gebühr darf man dann sein 3 Tage gültiges Ticket kaufen und dann gings auch gleich auf die "Suche" nach dem Uluru/Ayers Rock, den wir natürlich längst (etwa 30km vorher) erspäht hatten, da es dort sonst nicht allzu viel anderes im Umland gibt! ;) Im Gegenteil, der Felsen wirkt eher Fehl am Platz, riesengroß und massig umgeben vom Nirgendwo! Man kann den Felsen auf einem 8km langen Pfad zu Fuß umrunden. Man kann aber auch 15 Minuten Auto fahren und an den spannenden Stellen aussteigen und ein paar hundert Meter spazieren ;-) Die wahre Größe (3km lang x 2km breit x350m hoch) wird mangels Vergleich im Umland erst aus der Nähe deutlich. Dort sieht man dann Felsmalereien der Aborigines, Wasserlöcher und verschiedene Farben und Formen.
Besonders spektakulär war der Sonnenuntergang, der den Uluru für einige Minuten rot glühen ließ.
Am nächsten Morgen rafften wir uns sogar um 5 Uhr zum Sonnenaufgang auf! Diesmal hob sich statt einer feuerroten eine pechschwarze Silhouette ab. Nachdem es dann ganz hell war fuhren wir einige Kilometer im Nationalpark weiter und erreichten den Kata-Tjuta/Olgas, eine weitere Gesteinsformation. Zwar nicht so massiv, dafür aber abwechslungsreicher als der Ayers Rock. Hier wanderten wir einen 8km langen Rundweg durch die Felslandschaft, die erstaunlich grüne Täler bereit hielt. 2010 gab es wohl mehr Regen als in den letzten 20 Jahren!
Am folgenden Tag fuhren wir weitere 400km zum Kings Canyon, dem "Great Canyon Australiens", dessen Schluchten auch von grünen Bäumen und Büschen bewachsen waren.
Die letzte Etappe der gemeinsamen Reise führte dann bis Alice Springs. Dort trennten sich unsere Wege wieder. Alice Springs ist eher klein und sehr, sehr überschaubar. Außerdem lebt dort ein Großteil Aborigines und man kann jede Menge Kunstwerke und Souvenirs von ihnen kaufen.
Ich hab den Aufenthalt in Alice Springs genutzt, um eine Studienfreundin wiederzusehen, die seit 1,5 Jahren in Australien ist und seit 6 Monaten auf einer Farm 300km nördlich von Alice Springs arbeitet. Da dies für eine australische Verhältnisse ja überhaupt keine Entfernung ist, nahm sie dann auch den Weg auf sich und zog vorrübergehend mit bei mir im Hostel ein, sodass wir ein paar schöne Tage zusammen verbringen konnten. :-)
Nach 5 Tagen in Alice Springs hatte ich dann aber auch genug, denn viel hat der Ort selber nicht zu bieten und ist hauptsächlich Start- und Endpunkt für Outbacktouren. Der Zug erwies sich als kurzfristige Option dann überraschend als die günstigste Alternative, um relativ schnell wieder nach Adelaide zu kommen. Gepäck wurde 2h vor Abfahrt eingecheckt, musste auch noch umpacken, weil einzelne Gepäckstücke nicht mehr als 20kg (:-)) wiegen dürfen um befördert zu werden, und dann ging es mittags 12.00 Uhr in Alice Springs los und der Zug öffnete seine Türen erst wieder 12.30 am folgenden Tag in Adelaide ;-) Mit gefühlten 30km schunkelte der 400m lange Zug die 1600km bis Adelaide. Hin und wieder verwies das Zugpersonal auf rar gesähte Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Es gab natürlich Duschen, Boardrestaurants und Salonwagen, in denen man sich die Beine vertreten und die Zeit vertreiben konnte. Alles in allem ist so ein Spartarifsitzplatz in der 2. Klasse trotz Fenster aber eher unspektakulär ;-)

Adelaide selber hat bei einem 2. Besuch nicht mehr allzu viel zu bieten. So bin ich froh, dass ich, gestern angekommen, heute bereits eine Mitfahrgelegenheit nach Melbourne gefunden habe. Am Montag soll es dann los gehen, nach Victoria und über die Great Ocean Road nach Melbourne!


NULLARBOR PLAIN BIS ADELAIDE


...tatsächlich bin ich (fast) an der Ostküste! ;)

Die letzten Wochen waren sehr erlebnisreich. Nach 6 Wochen in Bremer Bay packte ich meinen Rucksack und stieg mal wieder zu Mark und Jessie ins Auto, die mich vor meiner Haustür abholten ;-) Mitsamt einer Taiwanesin an Bord und daher Unmengen an Gepäck ging es auf nach Osten! Unterwegs trafen wir noch eine Freundin von Mark und Jessie, dir in ihrem Auto, inklusive zweier anderer Backpacker, die Karawane begleitete.
Unsere erste Etappe führte uns nach Esperance, ein kleines Küstenstädtchen im Südwesten. Es gab traumhaftschöne Küstenabschnitte und Strände, sodass wir spontan beschlossen, eine Nacht länger als geplant zu verweilen, um auch noch den Cape Le Grand Nationalpark zu besuchen. Dort ging es auch am nächsten Tag hin und wir wurden nicht enttäuscht:fast weißer, feiner Sand und glasklares Wasser von Steilküsten und kleinen Buchten umrahmt. Außerdem Kangaroos dirket am Strand! Wenn das nichts für den Australien-Touri ist :-) Außerdem haben wir noch einen Großeinkauf an Lebensmitteln und Wasservorräten für die Reise erledigt.
Am späten Nachmittag brachen wir dann Richtung Norsman auf, seines Zeichens letzte Stadt vor der Wüste. Da es allerdings früher als erwartet dunkel wurde, hielten wir auf einem Rastplatz und schlugen dann einfach dort die Zelte auf. Dank Scheinwerfer konnten wir sogar im Hellen aufbauen und kochen - und am nächsten Morgen das Auto nicht mehr in Gang bringen! :-D Aber da lobte sich dann die australische Hilfsbereitschaft wieder sehr, bereits das 2. Auto, das vorbeifuhr, hielt an und gab uns Starthilfe, sodass wir 20 Minuten später wieder rollen konnten! In Norsman wurden dann aber sicherheitshalber gleichmal ein paar Startkabel für unterwegs besorgt! ;) Gut ausgestattet, ging es dann endlich in die Nullarbor (lat."kein Baum" ;-)) Plain.
Und dann gibts auch nicht mehr sooo viel zu berichten! Karge, weite Landschaft, ein paar Büsche, die längste kerzengerade Straße Australiens, Emus, Dingos und irgendwann die südaustralische Grenze!
Die Nächte verbrachten wir entweder an Roadhouses, Caravan-Parks oder im Busch. Als wir uns der Südküste näherten, war es nachts im Zelt allerdings kaum noch auszuhalten! Die Temperaturen sanken auf 10 Grad und weniger und die Luft war feucht, sodass wir uns die halbe Nacht ums Lagerfeuer scharten und Tee schlürften. Sobald jedoch die Sonne aufging, war es innerhalb weniger Minuten wieder sehr warm und alles konnte schnell trocknen, bevor wir Sack und Pack wieder verstauten.
Besonders schön und beeindruckend unterwegs war die große südasutralische Bucht. An ausgewiesenen Aussichtspunkten konnte man bis an die Felsklippen herangehen, wo der Kontinent aufhört und dann bis zum Südpol erstmal nichts außer Wasser kommt.
Nach 5 Tagen erreichen wir dann Ceduna, den Beginn der Zivilisation am östlichen Ende der Nullarbor Plain. Von dort aus fuhren wir noch einen Tag und erreichten nach insgesamt 2500km Adelaide am frühen Abend. Schon unterwegs hatten wir uns telefonisch ein 4er Zimmer resierviert, damit wir den letzten gemeinsamen Abend und auch unsere Ankunft in Adelaide noch zusammen feiern konnten.

Um Adelaide auszukundschaften mieten wir uns zu viert Fahrräder vom Hostel und fuhren durch die Stadt. So erkundeten wir den Central Market, China Town, die Rundle Mall (Fußgängerzone), die botanischen Gärten, radelten am Fluss entlang, der die Stadt in Nord und Süd teilt. Ruckzuck wurde die auf den ersten Eindruck groß wirkende Stadt sehr überschaubar und übersichtlich.
Außerdem sollte auch dem Motto Südaustraliens als Kulturstaat Australiens etwas gerecht werden und so besichtigten wir das Museum of South Australia. :-)
Bald trennten sich unsere Wege dann allerdings wieder: die Taiwanesin war kaum in Adelaide angekommen in einer Schar Asiaten abgetaucht, Mark und Jessie sind gleich nach Melbourne aufgebrochen und ich blieb erstmal noch ein paar weitere Tage in Adelaide.