Nachdem ich Adelaide einige Tage später vollends erkundet hatte, beschloss ich spontan, erstmal die Mitte Australiens zu besuchen. Da bot es sich dann wunderbar an, dass Fine, die Fahrerin des 2. Autos, das mit uns die Nullarbor durchquerte, gleiches vorhatte und nach Mitfahrern suchte. Es dauerte dann auch nicht lange und ein es gesellte sich noch ein Schwede zu uns, sodass wir nach einer knappen Woche in Adelaide den Roadtrip ins Red Centre anbrechen konnten. Am zweiten Tag der Reise erreichten wir Coober Pedy, eine Minenstadt, die für ihre Opale berühmt ist. Außerdem ein Highlight: Unterirdische Wohnungen, Kirchen, Hotels,...! Die meisten davon sind heute nur noch zum Besichtigen für Touristen geöffnet, aber viele auch noch wirklich bewohnt.
Am dritten Tag überquerten wir die Grenze zum Northern Territory und kamen am nächsten Tag gegen Mittag im Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark an. Für eine ordentliche Gebühr darf man dann sein 3 Tage gültiges Ticket kaufen und dann gings auch gleich auf die "Suche" nach dem Uluru/Ayers Rock, den wir natürlich längst (etwa 30km vorher) erspäht hatten, da es dort sonst nicht allzu viel anderes im Umland gibt! ;) Im Gegenteil, der Felsen wirkt eher Fehl am Platz, riesengroß und massig umgeben vom Nirgendwo! Man kann den Felsen auf einem 8km langen Pfad zu Fuß umrunden. Man kann aber auch 15 Minuten Auto fahren und an den spannenden Stellen aussteigen und ein paar hundert Meter spazieren ;-) Die wahre Größe (3km lang x 2km breit x350m hoch) wird mangels Vergleich im Umland erst aus der Nähe deutlich. Dort sieht man dann Felsmalereien der Aborigines, Wasserlöcher und verschiedene Farben und Formen.
Besonders spektakulär war der Sonnenuntergang, der den Uluru für einige Minuten rot glühen ließ.
Am nächsten Morgen rafften wir uns sogar um 5 Uhr zum Sonnenaufgang auf! Diesmal hob sich statt einer feuerroten eine pechschwarze Silhouette ab. Nachdem es dann ganz hell war fuhren wir einige Kilometer im Nationalpark weiter und erreichten den Kata-Tjuta/Olgas, eine weitere Gesteinsformation. Zwar nicht so massiv, dafür aber abwechslungsreicher als der Ayers Rock. Hier wanderten wir einen 8km langen Rundweg durch die Felslandschaft, die erstaunlich grüne Täler bereit hielt. 2010 gab es wohl mehr Regen als in den letzten 20 Jahren!
Am folgenden Tag fuhren wir weitere 400km zum Kings Canyon, dem "Great Canyon Australiens", dessen Schluchten auch von grünen Bäumen und Büschen bewachsen waren.
Die letzte Etappe der gemeinsamen Reise führte dann bis Alice Springs. Dort trennten sich unsere Wege wieder. Alice Springs ist eher klein und sehr, sehr überschaubar. Außerdem lebt dort ein Großteil Aborigines und man kann jede Menge Kunstwerke und Souvenirs von ihnen kaufen.
Ich hab den Aufenthalt in Alice Springs genutzt, um eine Studienfreundin wiederzusehen, die seit 1,5 Jahren in Australien ist und seit 6 Monaten auf einer Farm 300km nördlich von Alice Springs arbeitet. Da dies für eine australische Verhältnisse ja überhaupt keine Entfernung ist, nahm sie dann auch den Weg auf sich und zog vorrübergehend mit bei mir im Hostel ein, sodass wir ein paar schöne Tage zusammen verbringen konnten. :-)
Nach 5 Tagen in Alice Springs hatte ich dann aber auch genug, denn viel hat der Ort selber nicht zu bieten und ist hauptsächlich Start- und Endpunkt für Outbacktouren. Der Zug erwies sich als kurzfristige Option dann überraschend als die günstigste Alternative, um relativ schnell wieder nach Adelaide zu kommen. Gepäck wurde 2h vor Abfahrt eingecheckt, musste auch noch umpacken, weil einzelne Gepäckstücke nicht mehr als 20kg (:-)) wiegen dürfen um befördert zu werden, und dann ging es mittags 12.00 Uhr in Alice Springs los und der Zug öffnete seine Türen erst wieder 12.30 am folgenden Tag in Adelaide ;-) Mit gefühlten 30km schunkelte der 400m lange Zug die 1600km bis Adelaide. Hin und wieder verwies das Zugpersonal auf rar gesähte Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Es gab natürlich Duschen, Boardrestaurants und Salonwagen, in denen man sich die Beine vertreten und die Zeit vertreiben konnte. Alles in allem ist so ein Spartarifsitzplatz in der 2. Klasse trotz Fenster aber eher unspektakulär ;-)
Adelaide selber hat bei einem 2. Besuch nicht mehr allzu viel zu bieten. So bin ich froh, dass ich, gestern angekommen, heute bereits eine Mitfahrgelegenheit nach Melbourne gefunden habe. Am Montag soll es dann los gehen, nach Victoria und über die Great Ocean Road nach Melbourne!
Hi Lulu, coole Nummer!!
AntwortenLöschenWürde gerne dabei sein.
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